Findet sich zu 7,27 % in deutschen Texten.


Inhalt:

  • Sprache und Musik

Sprache und Musik – Interview
für den Lokalteil der OTZ

durchgeführt von dudenker Manfred Eckstein

Herr Stefan Kothner, Sie werden am kommenden Mittwoch um 19:30 Uhr im Cafe Ried`l die Vortragsreihe über Sprache und unser Leben eröffnen; auf Wunsch der dudenker im Schleizer Geschichts- und Heimat-Verein mit dem Thema Sprache und Musik. Was hat Sie bewogen, ein Thema anzunehmen, welches zwei so verschiedene menschliche Kommunikationsmöglichkeiten darstellt?

Sprache und Musik vereinen sich im Gesang und dieser ist aus meiner Sicht eine der vollkommensten Ausdrucksformen überhaupt. Gesang, speziell der Chorgesang, begleitet mich von klein auf, sei es als Hörer oder auch als Macher. Seit fast 30 Jahren bin ich als Chordirigent tätig und da stellt man sich beim Suchen und Erarbeiten von Musikstücken immer wieder die Frage: Warum klingt das so, warum mögen die Menschen gerade diesen Klang, warum ist dieser Klang so schwierig zu proben usw.
Diesen Fragen bin ich in vielen Jahren nachgegangen und habe Antworten und Erklärungen gefunden, die ich in meinem Vortrag gern darstellen möchte.

Auf welche Weise drückt sich der Verstand am treffendsten aus, durch Sprache oder Musik?

Aus meiner Sicht drückt sich der Verstand am besten über die Sprache aus. Im Wort Verstand steckt das Wort Verstehen und wenn wir als Menschen etwas verstehen wollen oder müssen, dann bedarf es einer klaren und präzisen Sprache. Nehmen wir beispielsweise eine Gebrauchsanweisung, diese wird immer in Sprachform sein, möglichst kurz und genau, eben leicht verständlich. Eine gesungene Gebrauchsanweisung würde aus meiner Sicht nicht das gleiche beim Hörer hervorrufen.

Und wie die Seele?

In diesem Punkt kann ich ganz klar sagen, dass hier die Musik den Vorrang hat. Nehmen wir als Beispiel ein in englischer Sprache gesungenes Lied, bei dem der Zuhörer den Text nicht oder nur bruchstückhaft versteht. Der Zuhörer wird trotzdem sagen, dass das Lied seine Seele, sein Innerstes, berührt hat, auch wenn er nicht alles versteht – das kann nur die Musik.

Gibt es eine Idealform für beide zugleich?

Wie schon in der ersten Antwort angeschnitten, ist für mich die Idealform, bei der Verbindung von Sprache und Musik, der Gesang. Ich denke mit dieser Idee stehe ich nicht allein da, sonst würden nicht allein in Deutschland ca. 3,3 Millionen Menschen in 61.000 Chören wöchentlich proben, Konzerte geben und ihre Begeisterung für die Verbindung von Wort und Ton an die Zuhörer weitergegeben.

Was erwartet ihr Zuhörer am Vortragsabend?

Ich werde meine Zuhörer auf eine Reise vom ersten Aufeinandertreffen von Sprache und Musik bis in die heutige Zeit mitnehmen. Ich möchte erklären, wie sich das Miteinander von Sprache und Musik in Form des Gesangs entwickelt hat. Ich werde anhand von Hörbeispielen und kleinen Demonstrationen am Klavier meine Zuhörer auf eine Reise durch die Jahrhunderte mitnehmen und am Ende werde ich versuchen die Frage zu beantworten, ob sich die Verbindung von Sprache und Musik in unserer modernen Zeit noch weiterentwickelt.

Wir wünschen Ihnen viel Erfolg und danken Ihnen für das Interview.

dudenker Manfred Eckstein